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Zurück an den Absender: neue AKW sind zu teuer

Marcel Tobler,

Der Nationalrat hat heute das Atom-Gesetz zurückgewiesen. Zurecht befürchtet er erhebliche finanzielle Auswirkungen eines AKW-Neubaus. Die Schweizerische Energie-Stiftung begrüsst diesen vorläufigen Entscheid. Der Entwurf geht nun zurück an den Ständerat. Die Bevölkerung hat sich schon mehrfach für den Weg der Erneuerbaren und gegen Atomkraft ausgesprochen. Neue AKW würden Milliarden an Steuergeldern binden und damit den Ausbau der Erneuerbaren gefährden.

Die Bevölkerung hat 2017 den Atomausstieg und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien vorgegeben. Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und des Stromgesetzes von 2024 ist in vollem Gang – die Schweiz wird ihren Strombedarf mit den Erneuerbaren decken können.

Kosten in Milliardenhöhe: Steuerzahlende und Wasserkraft verlieren

Nachdem der Ständerat und die vorberatende Kommission des Nationalrates das Atom-Gesetz noch durchgewinkt haben, hat der Nationalrat den Entwurf nun zurückgewiesen. Er fordert, dass zuerst die finanziellen Folgen des Neubaus von Atomkraftwerken überprüft werden. Damit nimmt der Nationalrat die Einwände der Finanzkommission ernst, was die Energie-Stiftung ausdrücklich begrüsst. Denn sie hat immer auf diese finanziellen Risiken hingewiesen.

Weltweit wird kein Atomkraftwerk ohne staatliche Subventionen gebaut und betrieben. Der Bau eines neuen AKW in der Schweiz würde zu immensen Kosten in Milliardenhöhe führen. Die Rechnung bezahlt in jedem Fall die Bevölkerung – über höhere Steuern oder Strompreise. Eine neue Studie zeigt zudem, dass das Rückgrat der Schweizer Energieversorgung, die Wasserkraft, mit erheblichen Ertragseinbussen durch neue AKW konfrontiert wäre.

«Die Atomkraft ist eine riskante Technologie und mit einem starken und schnellen Ausbau der Erneuerbaren inkompatibel. Mit der Rückweisung hat der Nationalrat eine zweite Chance, die Atom-Kehrtwende zu verhindern, sonst würden die von ihm beschlossenen Ausbauziele für die Erneuerbaren verfehlt. Damit wären die sichere Stromversorgung und die Dekarbonisierung gefährdet.» betont Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung.

Atom-Kehrtwende macht abhängig und gefährdet die Erneuerbaren

Neben grossen finanzpolitischen Risiken hätte der AKW-Neubau weitere gravierende Konsequenzen. So macht das Atom-Gesetz die Schweiz abhängig von Uran-Importen. Neue AKW gefährden den Ausbau der günstigen und einheimischen erneuerbaren Energien, wie eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung vom letzten November belegt.

Hinzu kommen das ungelöste Abfallproblem, die gesundheitlichen Risiken durch den radioaktiven Atommüll und die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die in der dicht besiedelten Schweiz katastrophale Folgen hätte.

Geschäftsleitung

Nils Epprecht

Geschäftsleiter
Leiter Fachbereich Atomenergie a. i.
+41 44 275 21 21
nils.epprecht@energiestiftung.ch



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